Schutz von Zivilpersonen in bewaffneten Konflikten

Kinderschutz

Children

Kinder in bewaffneten Konflikten

Kinder sind durch die Auswirkungen bewaffneter Konflikte besonders gefährdet. Sie können von ihren Betreuern getrennt werden, ihre Ausbildung kann unterbrochen oder von Beginn an verhindert werden und in vielerlei Hinsicht können sie physische und mentale Traumata weniger gut verarbeiten. Kinder lassen sich leichter vom Militär oder bewaffneten nichtstaatlichen Akteuren (BNSA) rekrutieren und finden, zusätzlich zu Kampfeinsätzen, Einsatz als Späher, Träger, Informanten und werden manchmal sogar für sexuelle Zwecke ausgenutzt.

In den vergangenen Jahren wurden in Konflikten mehrere Millionen Kinder getötet. Dreimal so viele erlitten dauerhafte Behinderungen oder wurden verletzt und über eine Million wurden Waisen oder von ihren Familien getrennt.  Die verfügbaren Schätzungen zählen zwischen 200‘000 und 300‘000 Kinder, die Streitkräften oder bewaffneten Gruppen angeschlossen  sind.

BNSA und der Kinderschutz

Viele der Kinder, die in bewaffnete Konflikte involviert sind, sind in den Rängen der BNSA-Kräfte zu finden. Von den 55 Parteien, die laut dem Bericht des UNO-Generalsekretärs über Kinder in bewaffneten Konflikten (2013) Gewalt gegen Kinder ausüben, sind 46 BNSA.  Die Mehrzahl der so genannten „hartnäckigen Gewalttäter”  – Parteien, die Verstösse über fünf Jahre oder länger verübt haben – sind BNSA.

Wiewohl auch Entführungen von Kindern weit verbreitet sind, schließen sich viele Kinder den BNSA freiwillig an, um Not zu entgehen – wie etwa fehlendem Lebensunterhalt oder  Beziehungen, in denen sie Gewalt ausgesetzt sind. Manche suchen eine Aufgabe,  oder sie wollen sich für den Verlust von Familienmitgliedern rächen; andere wiederum leben bei ihren Verwandten, die innerhalb der BNSA aktiv sind, oder in Gemeinschaften, in denen eine Trennung zwischen Kämpfern und Zivilpersonen praktisch nicht existiert.

Das internationale Recht bietet Kindern in bewaffneten Konflikten besonderen Schutz. Es verbietet etwa die Rekrutierung von Kindern und ihr Einsatz bei Kampfhandlungen. Es enthält auch Bestimmungen zum Recht der Kinder auf Respekt ihrer Grundbedürfnisse und Erziehung.

Allerdings sind einige der Normen, besonders diejenigen zum Verbot vom Einsatz und der Rekrutierung von Kindern, in Bezug auf Alter und Umfang nicht einheitlich. Einige legen den BNSA keine direkten Verpflichtungen auf, währende in anderen Fällen die für BNSA auferlegten Normen strikter sind als die Standards, die für Staaten gelten. Daher sind den BNSA die gesetzlichen Verpflichtungen nicht immer klar.

Es ist deshalb zentral, mit den BNSA ins Gespräch zu treten, wenn verhindert werden soll, dass Kinder rekrutiert und bei Kampfhandlungen eingesetzt werden, und wenn sie bei bewaffneten Konflikten besser geschützt werden sollen.

Der innovative Ansatz von Geneva Call

Geneva Call setzt sich bei BNSA für die Respektierung der Kinderrechte ein, um die Auswirkungen bewaffneter Konflikte auf Kinder zu mindern, insbesondere für das Verbot der Rekrutierung von Kindern und des Einsatzes von Kindern bei Kampfhandlungen.

Dies geschieht durch Dialog, Fürsprache und Schulung.  Geneva Call hat auch einen innovativen Mechanismus entwickelt, die Verpflichtungserklärung  zum Schutz von Kindern vor den Auswirkungen bewaffneter Konflikte, was es den unterzeichnenden BNSA, die internationale Abkommen nicht unterzeichnen können, ermöglicht, sich zur Respektierung klarer Normen zu verpflichten. In der Tat geht diese  Verpflichtungserklärung über die internationalen Mindestnormen hinaus.  Die Verpflichtungserklärung  wählt einen ganzheitlichen Ansatz für den Kinderschutz und spricht auch positive Verpflichtungen der BNSA an, damit Kinder die Hilfe und Fürsorge erhalten, die sie benötigen (wie Zugang zu Ausbildung und Schutz vor feindlichen Angriffen).

Geneva Call arbeitet auch mit Organisationen auf der Gemeindeebene zusammen, damit sie ihre Fähigkeiten ausbauen, mit den BNSA ins Gespräch zu treten und zu helfen, die Einhaltung derer Verpflichtungen zu überwachen.

Wichtigste Erfolge

  • 19 BNSA haben die Verpflichtungserklärung zum Kinderschutz in bewaffneten Konflikten unterzeichnet und entsprechende Maßnahmen ergriffen.
  • Geneva Call hat bis heute über 20 BNSA in einen Dialog über diese Problematik eingebunden und erhöht ihr Bewusstsein und Verständnis für die relevanten internationalen Standards.  Unter jenen BNSA, welche die Verpflichtungserklärung noch nicht unterzeichnet haben, haben mehrere neue entsprechende Bestimmungen in ihre Richtlinien oder Reglemente aufgenommen.
 

Theirwords.org

  • Theirwords.org ist ein Verzeichnis von Verpflichtungen bewaffneter nichtstaatlicher Akteure. Lesen Sie weitere Dokumente über dieses Thema on theirwords.org.
 
 
 
 

Bewaffnete nichtstaatliche Akteure

  • Liste der bewaffneten nichtstaatlichen Akteure, die eine oder mehrere Verpflichtungserklärungen unterzeichnet haben Verpflichtungserklärung Siehe folgende Tabelle.
 
 

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