Schutz von Zivilpersonen in bewaffneten Konflikten

Türkei

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Turkey

Die Volksverteidigungskräfte/Arbeiterpartei Kurdistans (HPG/PKK) führt seit 1984 einen bewaffneten Kampf gegen die türkische Regierung.

Seit die im Dezember 2012 initiierten Friedensgespräche zwischen der HPG/PKK-Bewegung und der türkischen Regierung im Juli 2015 abgebrochen wurden, hat das Ausmass der Gewalt einen nie dagewesenen Höchststand erreicht. Obwohl der im Juli 2016 von Teilen der türkischen Armee durchgeführte Putschversuch scheiterte, führte dieser dennoch zu einer Gefährdung der politischen und militärischen Stabilität der Türkei. Daher rührt eine Erhöhung des Gesamtrisikos und eine Einschränkung von Raum und Möglichkeiten für die politische Opposition, für die Medien und selbst für Menschenrechtsorganisationen.

Zudem bekämpft die HPG/PKK im Irak die Gruppe Islamischer Staat (ISg) an den Fronten von Sinjar und Kirkuk und spielt weiterhin eine wichtige Rolle beim Schutz von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen.

Aktivitäten 

Themenbereiche der Arbeit in diesem Land
Humanitarian_norms_dark Landmine_ban_dark Gender_issues_dark Child_protection_dark
Humanitäre Normen Landminenverbot Gleichstellungsfragen Kinderschutz

Geneva Call führt seit 2001 einen Dialog mit der HPG/PKK zum Verbot von Personenminen und seit 2008 zum Kinderschutz, zu Geschlechterfragen und der Einhaltung humanitärer Normen im Allgemeinen. Da Geneva Call über keinen Zugang zur Türkei verfügt, finden die Treffen mit der HPG/PKK an anderen Orten in der Region und in Europa statt. Der fehlende Zugang stellt Geneva Call vor Herausforderungen bei der Überwachung der Einhaltung der unterzeichneten Verpflichtungserklärungen durch die HPG/PKK. Um diese Zugangsbeschränkung zu umgehen, ist ein spezielles Überwachungsverfahren eingerichtet worden. Die von Geneva Call regelmässig gestellten Anfragen nach Treffen mit den türkischen Behörden wurden bisher immer abgelehnt

Wichtigste Erfolge

  • Die HPG/PKK hat die Verpflichtungserklärung zum Verbot von Personenminen unterzeichnet und anschliessend die Vernichtung von 770 Personenminen und über 2’500 anderen Sprengsätzen unterstützt.
  • Im Anschluss an die Unterzeichnung der Verpflichtungserklärung zum Kinderschutz in bewaffneten Konflikten, informierte die HPG/PKK ihre Mitglieder über die Gründung einer Kategorie von militärisch nicht aktiven Mitgliedern zwischen 16 und 18 Jahre und bietet diesen Jugendlichen seither einen geschützten Bereich zur Bildung in getrennten Bereichen.
  • Die HPG/PKK traf Massnahmen um Vorwürfe zu angeblichen Verstössen gegen die Verpflichtungserklärung zum Schutz von Kindern in bewaffneten Konflikten, bezüglich der Rekrutierung von Kindern unter 16 Jahren, zu untersuchen.
  • Die Frauenbewegung der PKK bestätigt ihre Bereitschaft, die Verpflichtungserklärung zum Verbot von sexueller Gewalt und gegen Geschlechterdiskriminierung zu unterzeichnen und eine unilaterale Aussage zu ihren aktuellen Richtlinien zu diesen Themen, sowie ihren bewährten Verfahren, zu machen.
  • Die Führung der HPG/PKK steht in einem Dialog über ihre Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht und wurde mehrere Male dafür sensibilisiert.
  • Seit 2010 hat Geneva Call vier Schulungen zu internationalen humanitären Normen für 14 Trainer und 57 Militärkommandanten der HPG/PKK durchgeführt.

In Türkei hat Geneva Call bisher mit folgenden Akteuren gearbeitet.

Organisation Aktiv Themen
Verbot von Personenminen Kinderschutz Geschlechterfragen Humanitäre Normen
People’s Defences Forces/Kurdistan Worker’s Party (HPG/PKK) Ja
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  • Klicken Sie auf die Häkchen um die unterschriebenen Verpflichtungserklärungen anzusehen
     

    Der BNSA wird von Geneva Call in einen Dialog zu diesem Thema eingebunden

     

    Der BNSA wurde von Geneva Call in einen Dialog zu diesem Thema eingebunden

     

    Der BNSA hat die Verpflichtungserklärung zu diesem Thema unterzeichnet