Schutz von Zivilpersonen in bewaffneten Konflikten

Senegal

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Senegal

Seit 1982 kämpft die Bewegung der Demokratischen Kräfte der Casamance (MFDC) für die Unabhängigkeit der Region Casamance.

Die MFDC ist eine zersplitterte Bewegung. Sie besteht aus einem in sich gespaltenen politischen Flügel und zwei grossen militärischen Fraktionen – einer nördlichen, die an der Grenze zu Gambia aktiv ist, und einer südlichen an der Grenze zu Guinea-Bissau. Trotz mehrerer Friedensabkommen ist dieser Aufstand von an sich geringer Intensität nicht beigelegt, und gelegentlich kommt es zu Zusammenstössen zwischen den Rebellen der MFDC und den senegalesischen Streitkräften. Der Konflikt hat Tausende Menschenleben gefordert und noch viel mehr Menschen vertrieben, sowohl innerhalb der Casamance als auch in benachbarte Länder. Das Land in weiten Gebieten bleibt heute brach und ungenutzt. Über 800 Minenopfer wurden registriert, die meisten davon Zivilisten.

Zwar werden heute weniger Minen eingesetzt, aber die MFDC benützt diese Waffen weiterhin. Mehrfach griff die MFDC senegalesische Truppen an, die Minen räumten, und tötete dabei mehrere Soldaten. 2013 hat die MFDC auch zivile Minenräumer entführt.

Aktivitäten 

Geneva Call führt seit 2006 mit der MFDC Gespräche über das Verbot von Personenminen. Dabei konzentrierte sich Geneva Call vor allem auf die südliche Fraktion, da ihr Operationsgebiet besonders von Landminen betroffen und deshalb für die Minenräumung prioritär ist.

Verbot von Personenminen

Anfänglich zögerte die MFDC, Minenräumung ohne ein Friedensabkommen zu akzeptieren. Doch die südliche Fraktion der MFDC wurde von Geneva Call nach und nach überzeugt, in bewohnten Gebieten, die sich nicht in der Nähe eines ihrer Stützpunkte befinden und deswegen für ihre Sicherheit nicht relevant sind, humanitäre Minenräumung zu akzeptieren. In Zusammenarbeit mit lokalen NGOs suchte Geneva Call auch den Dialog mit den Gemeinschaften der Casamance. Über 900 Anführer von Gemeinschaften und Flüchtlingen, die in minenverseuchten Gebieten in der Nähe eines MFDC-Stützpunkts leben und regelmässig mit MFDC-Kämpfern in Kontakt stehen, wurden für das Verbot von Personenminen sensibilisiert.

Die Minenräumung weitete sich schnell aus und näherte sich so auch den MFDC-Stützpunkten. Anfang 2013 moderierte Geneva Call das allererste Treffen zwischen der südlichen Fraktion der MFDC und dem senegalesischen Minenräumzentrum; Ziel des Treffens waren Massnahmen zur Verhinderung von Unfällen. Die MFDC hielt dabei fest, die Minenräumer hätten eine „rote Linie“ erreicht. Die MFDC enführte in der Folge zwölf Minenräumarbeiter eines südafrikanischen Unternehmes mit der Begründung, sie hätten die Warnungen nicht respektiert. Geneva Call organisierte ein weiteres Treffen, um die Blockade zu überwinden. Die Minenräumarbeiter wurden schliesslich freigelassen. Die Räumarbeiten wurden für einige Monate unterbrochen, danach aber in kleinem Umfang an einzelnen, strategisch nicht bedeutenden Orten wieder aufgenommen.

Geneva Call hat auch einen Dialog mit der nördlichen Fraktion der MFDC initiiert und das Bewusstsein für die Normen des Verbots von Personenminen gesteigert.

Wichtigste Erfolge

  • Die Arbeit von Geneva Call ermöglichte Fortschritte bei der Minenräumung in bestimmten Gebieten der Casamance.
  • Geneva Call war von entscheidender Bedeutung für die Aufnahme eines direkten Dialogs zwischen der südlichen Fraktion der MFDC und zuständigen senegalesischen Behörden.

In Senegal hat Geneva Call bisher mit folgenden Akteuren gearbeitet.

Organisation Aktiv Themen
Verbot von Personenminen Kinderschutz Geschlechterfragen Humanitäre Normen
Mouvement des Forces Démocratiques de Casamance (MFDC) Ja
Klicken Sie auf die Häkchen um die unterschriebenen Verpflichtungserklärungen anzusehen
 

Der BNSA wird von Geneva Call in einen Dialog zu diesem Thema eingebunden

 

Der BNSA wurde von Geneva Call in einen Dialog zu diesem Thema eingebunden

 

Der BNSA hat die Verpflichtungserklärung zu diesem Thema unterzeichnet

 

Theirwords.org

  • Theirwords.org ist ein Verzeichnis von Verpflichtungen bewaffneter nichtstaatlicher Akteure. Lesen Sie weitere Dokumente über dieses Land on theirwords.org.
 
 

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