Schutz von Zivilpersonen in bewaffneten Konflikten

Libanon

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Lebanon

Seit dem Ende des Bürgerkriegs 1990 gab es häufig Gewaltausbrüche, an denen bewaffnete nichtstaatliche Akteure (BNSA) beteiligt waren, welche libanesischen politischen Parteien angegliedert sind. Der aktuelle Syrien-Konflikt verschärft die Spannungen zusätzlich.

Der bewaffnete Konflikt in Syrien hat weiterhin Ausstrahlungseffekte auf den Libanon und schürt dort ethnisch-konfessionelle Spannungen. Bereits existierende politische Spannungen und Zusammenstösse nehmen zu, vor allem ist ein Anstieg religiös motivierter Gewalt zwischen Schiiten und Sunniten zu verzeichnen. Palästinensische Flüchtlingslager im Libanon sind zu Brennpunkten einer potentiellen Eskalation dieser Spannungen geworden. Alle palästinensischen politischen Partei und islamischen Gruppierungen sind im Flüchtlingslager Ain el-Hilweh vertreten und konkurrieren dort wiederum fortwährend um Einfluss und Macht, was letztendlich zu gelegentlichen bewaffneten Zusammenstössen im Lager führt. Syrische bewaffnete nichtstaatliche Akteure (BNSA) sind auf libanesischem Territorium aktiv, während die libanesische Hisbollah weiterhin im bewaffneten Konflikt in Syrien involviert ist.

Aktivitäten

Themenbereiche der Arbeit in diesem Land
Humanitarian_norms_dark Landmine_ban_dark Child_protection_dark
Humanitäre Normen Landminenverbot Kinderschutz

Geneva Call hat die Arbeit im Libanon 2005 mit der Aufklärung von BNSA über die Auswirkungen der Kontaminierung durch Landminen und explosive Munitionsrückstände begonnen. Seit 2010 führt Geneva Call einen Dialog mit palästinensischen BNSA in den Flüchtlingslagern über humanitäre Normen, insbesondere zum Schutz von Kindern. Dabei unterstützt Geneva Call Schulungen, hauptsächlich für Sicherheitskräfte der BNSA, unter anderem auch zur Fortbildung von Ausbildern. Geneva Call hat auch ein Projekt ermöglicht, welches jungen Mädchen im Alter von 7-15 Jahren einen geschützten Ort anbietet. 

Zudem hat die Organisation seit 2013, gemeinsam mit einem lokalen Partner, Aktivitäten mit politischen Parteien aus dem Libanon durchgeführt zu den humanitären Normen, die sich auf die aus den ethnisch-konfessionellen Spannungen und dem syrischen Konflikt resultierende Gewalt beziehen.

Wichtigste Erfolge

  • Ein geschützter Bereich für junge Mädchen, die von bewaffneter Gewalt gefährdet sind, wurde in einem palästinensischen Flüchtlingslager erstellt und bisher konnten mehr als 60 junge Mädchen davon profitieren.
  • Das Ausbildungszentrum für rechtliche Angelegenheit im Ain al-Hilweh Flüchtlingslager wurde als Basis für die sechs Experten der Einheit für rechtliche Unterstützung (Legal Support Unit) der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) eröffnet. Diese sind verantwortlich Mitglieder der palästinensischen Sicherheitskräfte (PNLSF) im Libanon zu humanitären Normen zu schulen.
  • Ein von der libanesischen Regierung im Jahr 2014 veranstaltetes Panel stellte 25 Vertretern palästinensischer, libanesischer und internationaler Kinderschutzagenturen das PLO/Tahaluf Versprechen vor, keine Kinder in den Feindseligkeiten einzusetzen.
  • Nach ersten Workshops für bedeutende libanesische politische Parteien im Jahr 2013, in Zusammenarbeit mit dem Permanent Peace Movement, hat Geneva Call die Beziehung mit vier Parteien vertieft.
  • Die PLO (einschließlich Fatah und andere) und die Fraktion der Palästinensischen Koalitionsstreitkräfte (Hamas, Islamischer Dschihad und andere) haben 2013 eine gemeinsame Erklärung zum Schutz von Kindern vor den Auswirkungen von bewaffneter Gewalt und Konflikt in den palästinensischen Flüchtlingslagern abgegeben.
  • Im Jahr 2014 haben die 10 höchsten sunnitischen Religionsführer die humanitären Normen die in bewaffneten Konflikten und Gewaltsituationen anwendbar sind diskutiert und ihre Unterstützung für die humanitäre Arbeit von Geneva Call ausgedrückt.
  • Nach einer Untersuchung von Vorwürfen wegen Verstössen gegen humanitäre Normen bei Auseinandersetzungen im Flüchtlingslager Ain al-Hilweh vertieften im Jahr 2015 die PLO/PNSF und islamische BNSA den Dialog mit Geneva Call.

In Libanon hat Geneva Call bisher mit folgenden Akteuren gearbeitet.

Organisation Aktiv Themen
Verbot von Personenminen Kinderschutz Geschlechterfragen Humanitäre Normen
Forces of the Palestinian National Coalition (Tahaluf) Ja
Hezbollah Ja
Joint Security Force (JSF) Ja
Palestinian Liberation Organisation/Palestinian National Security Forces (PLO/PNSF) Ja
Klicken Sie auf die Häkchen um die unterschriebenen Verpflichtungserklärungen anzusehen
 

Der BNSA wird von Geneva Call in einen Dialog zu diesem Thema eingebunden

 

Der BNSA wurde von Geneva Call in einen Dialog zu diesem Thema eingebunden

 

Der BNSA hat die Verpflichtungserklärung zu diesem Thema unterzeichnet

 

Theirwords.org

  • Theirwords.org ist ein Verzeichnis von Verpflichtungen bewaffneter nichtstaatlicher Akteure. Lesen Sie weitere Dokumente über dieses Land on theirwords.org.
 
 
 
 

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